Die Bürger von Duisburg haben entschieden: Der wegen der Massenpanik auf
der Loveparade in die Kritik geratene Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist abgewählt.
Foto: dpa
Gut eineinhalb Jahre nach der Loveparade-Katastrophe haben die Duisburger
ihren Oberbürgermeister Adolf Sauerland abgewählt. Beim Bürgerentscheid
stimmte eine ausreichende Mehrheit für die Abwahl des CDU-Politikers.
Ein Bündnis aus Duisburger Bürgern, Parteien und Gewerkschaften hatte die
Abstimmung durchgesetzt. Der Sprecher der Abwahlinitiative, Theo Steegmann,
sprach von einem eindeutigen Ergebnis der Abstimmung. „Damit kommt der
politische Frieden in die Stadt zurück“, sagte er im WDR-Fernsehen.
Sauerland reagierte sehr betroffen auf seine Abwahl: „Zu meiner Amtszeit
gehören viele positive Ereignisse, aber eben auch die Loveparade“, sagte der
CDU-Politiker am Abend mit belegter Stimme. „Ich war gern Oberbürgermeister
mit Herzblut und Leidenschaft.“ Als einige Sauerland-Kritiker daraufhin johlten,
sagte er: „Ich bitte um etwas mehr Charakter.“ Die letzten Worte bei seinem
wohl letzten öffentlichen Auftritt als Oberbürgermeister waren:
„Gott schütze die Stadt Duisburg.“
Für die Kritiker trägt Sauerland die politische Verantwortung für die Genehmigung
der Loveparade, bei der im Sommer 2010 21 Menschen starben.
Mehr als 500 wurden verletzt.
Kritiker werfen Sauerland vor, er habe die Techno-Party unbedingt nach Duisburg
holen wollen, wo sie auf einem abgegrenzten Veranstaltungsgelände niemals hätte
genehmigt werden dürfen. Außerdem wurde dem 56 Jahre alten CDU-Politiker
außerdem „völliges Versagen“ beim Umgang mit Opfern und Angehörigen vorgehalten.
Quelle: welt.de

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